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Hanau stellt als erste Stadt im Verbreitungsgebiet von Unitymedia komplett auf digitales TV um. Oberbürgermeister Claus Kaminsky im Interview über Herausforderungen, Imagewandel und die Digitalisierungsoffensive als Kompliment.

Herr Kaminsky, Hanau wird die erste Stadt sein, die zukünftig nur noch digital fernschaut. Freuen Sie sich?
Ich empfinde es auf jeden Fall als Kompliment, dass Hanau als Pilotstadt für die Digitalisierungsoffensive ausgewählt wurde. Wir übernehmen damit einmal mehr eine bundesweite Vorreiterrolle und unterstreichen auf diese Weise den Imagewandel, der unserer Stadt in den letzten Jahren gelungen ist.

Regt sich nicht großer Widerstand bei den Hanauern, wenn der gute alte Röhrenfernseher nur noch mit Receiver läuft?
Auch wenn die Mehrzahl der Reaktionen positiv war, sorgte die Ankündigung nicht für ungeteilte Zustimmung in der Bürgerschaft.

Was sagen Betroffene im Einzelnen?
Die kritischen Stimmen wenden sich vor allem dagegen, dass mit der Umstellung gerade finanzschwache TV-Nutzer gezwungen werden, für den dann notwendigen Receiver Geld auszugeben, das sie eigentlich nicht haben. Denn es sind wohl vor allem Haushalte mit geringen Einkommen, die noch Altgeräte haben.

Die Zusammenarbeit ist geprägt von Transparenz

Fühlen Sie und die Hanauer Bürger sich gut informiert über das, was Unitymedia am 20. September 2016 vorhat? Dann wird in Hanau auf digitales TV umgestellt.
Bisher war die Zusammenarbeit mit Unitymedia sehr gut. Die frühzeitige Bekanntgabe der Pläne und Konsequenzen beweist hohe Transparenz. An einem der zahlreichen noch geplanten Informationsstände kann jeder in den nächsten Wochen eventuelle Wissenslücken schließen.

Eine persönliche Frage: Wie digital sind Sie?
Ich mache sicher nicht jede Neuerung in der digitalen Welt als einer der Ersten mit, halte aber gut Schritt mit den aktuellen Entwicklungen und verfolge aufmerksam, was sich so tut. Dabei versuche ich, mir eine gewisse kritische Distanz zu bewahren.

Und zu guter Letzt: Ihre Bürger werden ja bald digitale Vorreiter in Deutschland sein. Da wäre doch der nächste Schritt, Behördengänge etc. zu digitalisieren. Ist das für Sie die Zukunft deutscher Kommunen?
Viele unserer Dienstleistungen lassen sich ja schon heute auf elektronischem Wege regeln und das Angebot ist sicher noch ausbaufähig beziehungsweise wird mit der zunehmend guten Breitbandversorgung immer besser. Der persönliche Kontakt zwischen Bürger und Stadt wird aber nicht vollständig zu ersetzen sein.