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Arbeiten heute: zu Hause statt im Büro

Dank der Digitalisierung ist es heute einfacher als jemals zuvor, Arbeit und Privatleben miteinander in Einklang zu bringen. Work-Life-Balance ist nicht nur eine Phrase, sondern wird von modernen Unternehmen ernst genommen. Home-Office-Modelle werden schließlich auch von den Arbeitnehmern gefordert, wie eine von Unitymedia in Auftrag gegebene Umfrage beweist.

Der klassische 9-to-5-Job ist längst aus der Mode geraten. Auch Workaholics werden nicht mehr ob ihres Eifers und ihrer Zielstrebigkeit bewundert. Heute geht es darum, Arbeit und Privatleben in eine gesunde Balance zu bringen. Und um dies zu erreichen, möchten viele Arbeitnehmer von flexiblen Arbeitsmodellen profitieren. Die Gründe hierfür sind ganz unterschiedlich, wie die Umfrage „Wohnen und Arbeiten – das neue Miteinander“ von Innofact im Auftrag von Unitymedia zeigt. So haben 34 Prozent der insgesamt 1.030 berufstätigen Gesprächsteilnehmer angegeben, dass der Wegfall des Pendelns für sie ein entscheidendes Kriterium für ein Homeoffice-Konzept sei. Aber auch zeitliche Flexibilität und mehr Zeit für die Kinder spricht fürs Arbeiten zuhause (19 Prozent). Außerdem biete Homeoffice nach Aussage der Befragten mehr Ruhe als im Büro und fördere die Produktivität (jeweils 15 Prozent).  

Störungsfreies Arbeiten ist eine wichtige Voraussetzung, aber auch, dass Kommunikationsmittel schnell und zuverlässig sind.

Niclas Schaper, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Paderborn
Arbeiten zu Hause – ob allein oder im Co-Working Space – fördert die Produktivität.

Arbeiten zu Hause – ob allein oder im Co-Working Space – fördert die Produktivität.

Pendeln stört viele Arbeitnehmer. Dessen teilweiser Wegfall ist ein Vorteil des Home Office

Mehrheit ist Home Office wichtig 
Eine Mehrheit der Befragten (51 Prozent) ist es wichtig, regelmäßig von zu Hause aus zu arbeiten. Aber nur 30 Prozent der Befragten können zumindest ab und an von daheim arbeiten. Das legt die Annahme nahe, dass deutsche Unternehmen noch nicht so weit sind und Home Office als für sie passendes Modell akzeptieren. Das ist schade, denn laut Niclas Schaper, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Paderborn, zeigen Analysen klar auf, dass die Produktivität zu Hause nicht sinke, „sondern quantitativ und qualitativ höher ist – sofern ich auch zu Hause die Möglichkeit habe, mich zeitweise abzuschotten beziehungsweise ungestört zu arbeiten.“  

Mit modernen Arbeitsmodellen haben Berufstätige mehr Zeit für Kinder.

Technische Voraussetzungen sind das A und O
Die Möglichkeit, sich abzuschotten, ist auch den Umfrageteilnehmern wichtig. So arbeiten 53 Prozent in einem eigens eingerichteten Arbeitszimmer. 31 Prozent nutzen das Wohnzimmer für ihre Tätigkeit, wohingegen nur 4 Prozent in Küche oder Schlafzimmer aktiv werden. Von besonderer Bedeutung sind für die Befragten die technischen Voraussetzungen. Einen leistungsfähigen Computer benötigen 66 Prozent, 57 Prozent müssen auf Server und Netzwerke ihres Unternehmens zugreifen und 54 Prozent sehen eine schnelle Internetverbindung als unabdingbar für ihre Arbeit.


Die Umfrage zeigt, dass sich die Arbeitswelt einmal wieder im Wandel befindet und Unternehmen darauf reagieren müssen. 

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