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Eine Frage des Rechts

Begeht ein Hacker Straftaten in einem nicht ausreichend gesicherten WLAN, kann der Anschlussinhaber – zum Beispiel Ihr Mieter – dafür haftbar gemacht werden.

Internetnutzer sollten deshalb immer dafür sorgen, dass ihr WLAN geschützt ist vor dem unberechtigten Zugriff Dritter. Ist das WLAN technisch nicht auf dem aktuellen Stand und Kriminelle nutzen es zum Beispiel für Urheberrechtsverletzungen, droht die – meist – Haftung des Anschlussinhabers. Die Geschädigten können Ansprüche auf Unterlassung, Abmahnkosten und Schadenersatz geltend machen. 

Kann der Anschlussinhaber beweisen, dass sein WLAN ausreichend gesichert ist, haftet er nicht für die über seinen Account begangene Rechtverletzung.

Carola Sieling, Fachanwältin für Informationstechnologierecht

Werden über einen Anschluss urheberrechtlich geschützte Inhalte zum Download angeboten, so wird zunächst davon ausgegangen, dass der Anschlussinhaber die Tat begangen hat. Dagegen kann man allerdings vorgehen, indem man darlegt, dass sich alles ganz anders zugetragen hat. Das nennt man sekundäre Beweislast. Kann der Anschlussinhaber so beweisen, dass er die Rechtsverletzung nicht begangen hat, scheidet er als Täter aus. Die Haftung entfällt. Allerdings gilt das nur, wenn das WLAN ausreichend gesichert war.

Ist das WLAN mangelhaft oder gar nicht abgesichert, kann man nach bisheriger Rechtslage als Störer in Haftung genommen werden. Diese Störerhaftung wollte der Gesetzgeber eigentlich bei der jüngsten Reform des Telemediengesetzes einschränken. Allerdings wurde dabei nur die Schadenersatzpflicht beseitigt – die Haftung besteht weiterhin. Die Bundesregierung will die Risiken für WLAN-Betreiber aber weiter senken – und die Störerhaftung komplett abschaffen.


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