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Service 2.0: Die PropTechs kommen

Einkaufen, Geld überweisen, Zeitung lesen – Menschen wickeln einen Großteil ihrer alltäglichen To-dos über das Internet beziehungsweise Apps ab. Jetzt kommt die Digitalisierung auch bei Themen rund um die Hausverwaltung in Mode.

Solche Szenen kennen Vermieter und Bewohner gleichermaßen: Ist die Gemeinschaftswaschmaschine kaputt, klingelt das Telefon des Hausmeisters Sturm, weil ein Mieter nicht weiß, dass der Nachbar bereits Bescheid gesagt hat. Oder: Abrechnungen kommen per Post und müssen auf diesem Weg auch wieder zurück. Beide Beispiele zeigen: Traditionelle Arbeitsweisen und -wege sind oft träge und in Anbetracht der digitalen Möglichkeiten überholt. Hier kommen PropTechs ins Spiel.

PropTech-Technologien können die Kommunikation zwischen Mieter und Vermieter deutlich vereinfachen.

PropTech-Technologien können die Kommunikation zwischen Mieter und Vermieter deutlich vereinfachen.

Der kurze Draht zur anderen Seite
PropTech ist ein Kunstwort aus den Begriffen Property und Technology. Es beschreibt digitale Lösungen und Produkte für die Wohnungswirtschaft und die Immobilienbranche. PropTechs sollen unter anderem Prozesse im Zusammenhang mit der Haus- und Wohnungsverwaltung digital abwickeln. Dazu zählen Schließsysteme, Beschwerdemanagement, die Kommunikation zwischen Vermieter und Mieter sowie den Hausbewohnern untereinander oder die Verwaltung von Dokumenten wie Mietverträge oder Abrechnungen.

Statusmeldungen für alle
Eine Reihe von Start-ups macht derzeit mit konkreten Anwendungen auf sich aufmerksam. Die Mieter-Plattform von Oracom zum Beispiel: Ist die Heizung ausgefallen, wenden sich Bewohner per E-Mail, Chat oder App an ein Service-Center. Die Beschwerde wird weitergeleitet und die Bewohner bekommen eine Push-Nachricht, wenn der Fehler behoben ist. Andere Start-ups wie Enetronx Cloud Metering nutzen die Cloud, um Abrechnungen zu vereinfachen. Zusätzlich stellt ein Mieterportal Verbrauchsinformationen zur Verfügung. Da die Kommunikation zwischen Mieter, Eigentümer, Vermieter, Hausverwalter oder Hausmeister eines der Topthemen in der PropTech-Szene ist, gibt es auch hierfür zahlreiche Lösungen: Newsletter, Chatbots oder Community-Plattformen vereinfachen Prozesse und schaffen Ressourcen für zusätzliche Service-Leistungen.

Smart, nicht nur in den eigenen vier Wänden
Für Wohnungssuchende spielen PropTechs heute noch keine große Rolle bei der Entscheidung für oder gegen die Wohnung. Bleiben wird das so nicht. Schon 2015 belegte eine Studie, dass sogar Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften selbst davon ausgehen, dass 40 Prozent vor allem junger Mieter die Dienstleistungen ihrer Wohnungsgesellschaft gerne digital einkaufen würden.

Studie: In der Wohnungswirtschaft ist Digitale Transformation mehr Chance als Risiko


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