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Der Problemlöser

Malik Almostafa war Praktikant in der Abteilung Wohnungswirtschaft bei Unitymedia – und wurde just fest angestellt. Der Jurist kommt aus Syrien und hat eine bewegte Geschichte.

Malik Almostafa lernte die deutsche Sprache schnell, um bei Unitymedia anspruchsvolle Aufgaben übernehmen zu können.

In Syrien habe ich gearbeitet als …
… Steuerprüfer beim Finanzamt in Aleppo. Zuvor hatte ich studiert und einen Master in Öffentlichem Recht gemacht. Einen Teil meines Tages als Steuerprüfer verbrachte ich im Büro, die andere Hälfte habe ich im Außendienst Betriebe kontrolliert. In meiner Freizeit habe ich zudem Kreuzworträtsel für eine Zeitung entworfen. Das alles hat mir viel Spaß gemacht. 2014 musste ich mit meiner Familie in die Türkei fliehen. Dort habe ich für eine Organisation, die sich gegen den IS engagiert, als Übersetzer für Arabisch und Englisch gearbeitet. Mithilfe dieser Organisation konnten wir 2015 nach Deutschland reisen.

Zur Wohnungswirtschaft bin ich gekommen …
… weil das Jobcenter in Köln mir verschiedene Angebote gemacht hatte. Die Stelle bei Unitymedia fand ich sofort spannend. Ich habe erst einmal 6 Wochen hier hospitiert, damit beide Seiten sehen, ob das für sie passt. Es passte!

Die neue Arbeit ist meiner alten in vielen Punkten sehr ähnlich: Ich muss sehr genau sein und auf jedes Detail achten. Zum Beispiel, wenn ich Verträge aufsetze oder diese ändere. Außerdem arbeiten wir mit derselben Software wie in Syrien.

 

Ich habe erst einmal 6 Wochen hier hospitiert, damit beide Seiten sehen, ob das für sie passt. Es passte!

Besonders Spaß macht mir …
… wenn ein Fall kompliziert ist und ich viel nachdenken muss – zum Beispiel bei einem Verwalterwechsel. Dann setze ich Prozesse neu auf und stimme sie mit der Hausverwaltung ab. Natürlich auf Deutsch. Ich habe die Sprache hier gelernt und mag sie sehr. Aber so perfekt wie meine Kinder werde ich wohl nie sprechen, manchmal muss ich sie fragen, wenn ich ein Wort nicht weiß (lacht).

Überrascht hat mich …
… die Beziehung zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten, die hier auf Augenhöhe kommunizieren. Das finde ich sehr angenehm. In Syrien ging es viel hierarchischer zu. Außerdem wurde dort selten 8 Stunden am Stück gearbeitet. Offiziell zwar schon, aber tatsächlich hat das niemand gemacht. Es war völlig normal, zwischendrin nach Hause oder zum Einkaufen zu gehen.

© Florian Trettenbach