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Digitales Fernsehen: So sieht die Zukunft aus

Mehr Vielfalt an Programmen und eine höhere Bild- und Tonqualität. Das alles bietet das digitale Fernsehen. Warum Unitymedia das analoge Signal mittelfristig abstellt – und was das für Wohnungswirtschaft und Zuschauer bedeutet

Viele Sender planen zukünftig ihre Programme in der größten aller Auflösungen UHD / 4K (Ultra High Definition) auszustrahlen. Der Streaming-Anbieter Netflix etwa produziert alle eigenen Sendungen in 4K. Innerhalb der kommenden 15 Monate wird Unitymedia deshalb sein gesamtes TV-Angebot von analog auf digital umstellen. 

Seit Ende 2008 ist der terrestrische Empfang über Haus- oder Zimmerantenne komplett digital, seit 2012 werden auch über Satellit keine analogen Programme mehr verbreitet. Indem Unitymedia im Kabelnetz nachzieht, macht das Unternehmen die Verbreitung von Fernsehprogrammen in mehrerlei Hinsicht zukunftssicher: Digitaler Empfang bringt den Zuschauern höhere Bild- und Tonqualität.

Auf dem Platz, den auf dem Kabel ein einziger analoger Sender benötigt, lassen sich 12 SD- und 6 HD-Sender ausstrahlen

Mehr Vielfalt an Programmen
Außerdem ermöglicht die digitale Verbreitung größere Vielfalt. „Auf dem Platz, den auf dem Kabel ein einziger analoger Sender benötigt, lassen sich 12 SD- und 6 HD-Sender ausstrahlen“, sagt Carsten Renth, Projektleiter für die Umstellung bei Unitymedia

Heiko Liebscher, Inhaber eines Unterhaltungselektronik-Fachgeschäfts, berät eine Kundin über die neuen Fernsehgeräte mit digitalem Empfang

Heiko Liebscher, Inhaber eines Unterhaltungselektronik-Fachgeschäfts, berät eine Kundin über die neuen Fernsehgeräte mit digitalem Empfang

Größeres TV-Vergnügen dank höherer Bild- und Tonqualität
Der Großteil der Kunden besitzt mittlerweile digitaltaugliche Geräte – Renth schätzt den Anteil auf mehr als 85 Prozent. Ungeachtet dessen und trotz der deutlichen Verbesserungen löst das Thema auch Verunsicherung aus und trifft zum Teil auf Unverständnis.

Immobilienverwalter Joachim Wagner hat den Digitalisierungstrend schon frühzeitig erkannt: Seine Objekte wurden in Zusammenarbeit mit Unitymedia neu verkabelt und zukunftsfähig gemacht.

Immobilienverwalter Joachim Wagner hat den Digitalisierungstrend schon frühzeitig erkannt: Seine Objekte wurden in Zusammenarbeit mit Unitymedia neu verkabelt und zukunftsfähig gemacht.

Flyer und Broschüren für Verwalter
Auf die Kommunikation kommt es an: Wohnungsgesellschaften oder Verwaltungen werden rechtzeitig direkt von Unitymedia informiert, bevor in ihrem Gebiet die Umstellung ansteht. Außerdem erhalten sie Broschüren als Informationsmaterial.

Schrittweise Umstellung auf digitales Fernsehen
Die Umstellung findet in den von Unitymedia versorgten Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen in mehreren Wellen statt. Vier bis sechs Monate vor der Abschaltung der analogen Sender in der jeweiligen Region wird Unitymedia jeden Betroffenen, also auch Endkunden, informieren.

Aus Sicht von ANGA-Geschäftsführer Dr. Peter Charissé hat die von Unitymedia vorangetriebene Digitalisierung „Signalwirkung“. Andere Anbieter würden dem Beispiel wahrscheinlich bald folgen

Der TV-Fachmann hilft bei der Umstellung zu Hause
Nur wer ein sehr altes TV-Gerät nutzt, muss nach der Abschaltung der analogen Kanäle einen Digital-Receiver zwischenschalten oder einen neuen Fernseher kaufen. Bei der Nutzung eines digitalen Fernsehers sollte der Zuschauer sicherstellen, dass er diesen tatsächlich auf die digitale Programmliste umgeschaltet hat. Wer sich damit schwertut, kann die Dienste von Fachhändlern wie Heiko Liebscher in Anspruch nehmen. „Für uns gehört es zum Service, dass wir gerade zu unseren älteren Kunden nach Hause fahren, um den Sendersuchlauf zu starten und die Programme für sie neu zu sortieren“, sagt Liebscher.

Unitymedia gilt als Vorreiter der Modernisierung
Beim Branchenverband ANGA erwartet man, dass Beratungsbedarf und Irritationen am Ende viel geringer sein werden als zunächst befürchtet – das sei auch 2012 bei der Analogabschaltung des Satelliten-TV so gewesen. Die von Unitymedia vorangetriebene Umstellung habe „Signalwirkung“. Wahrscheinlich würden andere Anbieter dem Beispiel bald folgen, sagt ANGA-Geschäftsführer Peter Charissé. 

Die von Unitymedia vorangetriebene Umstellung habe ‚Signalwirkung‘.

Dr. Peter Charissé, ANGA-Geschäftsführer

Bundesweite Abschaltung des Satelliten-TV bis Ende 2018
Die digitale TV-Nutzung in Deutschland habe sich zunächst langsamer entwickelt als in anderen Ländern, sei aber zuletzt in Schwung gekommen. „Aufgrund der Erfolgsgeschichte des Digitalempfangs setzt sich der Branchenverband ANGA heute massiv für eine schnelle Umstellung auf digital ein“, sagt Charissé. Im vergangenen Jahr prognostizierte der Verband die bundesweite Abschaltung des Satelliten-TV bis Ende 2018. „Ich persönlich wäre nicht überrascht, wenn wir diesen Zeitkorridor voll ausschöpfen“, so Charissé. 

Unitymedia prüft Reaktionen auf Digitalisierung in Pilotstadt
Für die von Unitymedia erschlossenen Regionen wird das auf jeden Fall zutreffen. Gleichzeitig verspricht Projektleiter Renth, dass die Umstellung mit Rücksicht auf die Endkunden erfolgt. Zunächst wird eine Pilotstadt komplett umgestellt. Dort wird Unitymedia die Reaktionen genau verfolgen – damit klar wird, wie die Menschen die Digitalisierung annehmen und bei welchen Fragen sie noch mehr Informationen benötigen.

Die Vorteile des digitalen Fernsehens im Überblick

  • Bild-und Tondaten werden komprimiert und benötigen weniger Kapazität auf dem Kabel als bei der analogen Verbreitung von TV-Programme
  • Höhere Bild-und Tonqualität
    Auf einem Kanal können 12 TV-Sender in SD, der Standard-Auflösung, und 6 in HD übertragen werden.
  • Es gibt drei verschiedene Übertragungsarten:
    - SD: Standard-Auflösung, entspricht der Qualität des analogen Fernsehens
    - HDTV: High Definition, 1.920 x 1.080
    - UHD / 4K: Ultra High Definition, 3.840 x 2.160]