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Schnell gewinnt

Virtual Reality ist gekommen, um zu bleiben. Und gut beraten ist, wer darauf rasch reagiert, sagt Informatikprofessor Frank Steinicke.

Virtual Reality – revolutionär oder nur ein Hype?
Virtual und auch Augmented Reality, kurz VR und AR, haben das Potenzial, eine neue Revolution – die virtuelle Revolution – einzuleiten. Sie ermöglichen eine neue Form der Mensch-Computer-Interaktion über natürliche Benutzerschnittstellen, dank derer wir mit unseren Daten natürlich und wie in der realen Welt interagieren können. Indem wir sprechen, zeigen, greifen. Das ist das nächste Paradigma der Schnittstelle zwischen Mensch und Computer, und genau dafür ist VR prädestiniert. Schon in wenigen Jahren wird jeder Rechner in der Lage sein, VR und AR zu betreiben. Die Technologien werden sich entsprechend weiterentwickeln und sicherlich in 3 bis 5 Jahren in der breiten Masse ankommen.

 

Bei Technologien wie Virtual Reality kann es überlebensnotwendig sein, zu den Ersten zu gehören.

Frank Steinicke, Universität Hamburg

Welche Bereiche werden besonders profitieren?
Zuerst die Spielebranche. Sie wird vorangehen, denn Gamer haben zu Hause heute schon die Rechner stehen, die für VR notwendig sind. Aber die Technologie ist auch relevant für soziale Medien und Kommunikation, für die Art, wie wir in Zukunft kommunizieren. Und VR hat großes Potenzial für alle Branchen, in denen es darum geht, 3-D-Daten darzustellen. Gerade für Architektur und Immobilienwirtschaft bieten diese Technologien viele Möglichkeiten, beispielsweise, um Gebäude virtuell erkundbar zu machen. Ich gehe davon aus, dass VR und AR innerhalb der nächsten Dekade wichtige Instrumente für den Immobilien- und Architekturmarkt werden, die Kunden auch nachfragen werden. Denn die neue Generation der Digital Natives, die Immersive Natives, wächst mit dieser Technologie heran und hat demzufolge auch entsprechende Erwartungen.

Wie kann die Branche sich darauf vorbereiten?
Die Architektur- und Immobilienbranche ist schon ein Vorreiter, was 3-D-Visualisierung angeht. Aber oft ist die Kompetenz noch ausgelagert. Die eigenen Mitarbeiter entsprechend auszubilden, braucht Zeit, zumal Fachkräfte jetzt erst aus den Universitäten kommen. Doch mit solchen Technologien befinden wir uns im exponentiellen Wachstum und dabei gilt: Nicht mehr die Großen essen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Insofern kann eine „First-Mover-Strategie“, also zu den Ersten zu gehören, mitunter überlebensnotwendig sein.


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