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Smartes Zuhause

Das „Smart Home“ ist in aller Munde. Gerade die Wohnungswirtschaft muss das Thema „Digitales Zuhause“ vorantreiben, sagt Viktor Grinewitschus, Professor für Energiemanagement, im Interview.

Welche Funktionen machen das „Smart Home“, das smarte Haus der Zukunft aus?
Wenn man die Haustüre öffnet, ist das Haus schon angenehm temperiert und zeigt zudem an, wie die Luftqualität ist. Es macht den Energieverbrauch transparent und schaltet auch Geräte aus oder schließt die Fenster, wenn der Bewohner das selbst vergessen hat. Das Ziel ist, dass das Haus seinem Bewohner assistiert. In der Automobilindustrie hat man diesen Bedarf schon längst erkannt.

Das Prinzip: Das Haus assistiert seinem Bewohner

Wie könnte ein intelligentes Gesamtkonzept aussehen?
Es wäre ein System, das sich modular anpassen lässt – eine Art Baukasten, der beliebig erweiterbar und einfach zu installieren ist. Zudem müssen Bewohner auch bequem und einfach auf das Equipment durch ein geeignetes Frontend zugreifen können, beispielsweise über eine App auf dem Handy oder dem Tablet.

Wie gehen Unternehmen der Wohnungswirtschaft derzeit mit dem Thema „Smart Home“ um?
Wohnungsbauunternehmen sind vor allem daran interessiert, Mieter langfristig in ihren Wohnungen zu halten, und deshalb gefordert, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Vor allem Genossenschaften befassen sich sehr intensiv mit der Digitalisierung des Zuhauses und wie sie ihren Mietern mehr Service bieten können. Dabei geht es vor allem um Themen wie Wohnen im Alter, Energieeffizienz und Sicherheit – und die damit verbundenen Geschäftsmodelle, beispielsweise Mietmodelle für die erforderliche Hardware.

Wir müssen die Mieter für das ‚Smart Home’ begeistern

Welche Herausforderungen stellen sich dabei?
Zuallererst gilt es, die Bewohner dafür zu gewinnen. In der Regel haben diese noch wenig Erfahrung damit und müssen zum Teil auch erst noch von den Vorteilen überzeugt werden – denn sie haben auch einige Vorbehalte, beispielsweise was den Datenschutz angeht. Eine weitere Herausforderung für die Wohnungswirtschaft: Es muss eine standardisierte Infrastruktur aufgebaut werden, um den Mietern Service auf Basis der ausgewerteten Daten zu bieten. Das funktioniert nicht, wenn sich jeder eigene Geräte anschafft. Nur so ist der Aufbau von weiteren Dienstleistungen wie Carsharing oder Concierge-Diensten möglich.