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Das ist die Tiny House Bewegung

Ein Häuschen, mit dem man überall hinfahren kann – das waren die Anfänge von Tiny Living. Ein Kurzüberblick.

Die Tiny-House-Bewegung nahm in den USA ihren Anfang.

Die Tiny-House-Bewegung nahm in den USA ihren Anfang.

Die Idee zum Wohnen auf kleinem Raum wurde in den USA geboren – und führte dort jahrzehntelang ein Nischendasein. „Bigger is better“, lautete das Motto. So stieg die durchschnittliche Wohnfläche eines amerikanischen Eigenheims von 165 Quadratmetern im Jahr 1978 auf 230 im Jahr 2007. Doch mit der Finanzkrise 2008 erlebte die Tiny-House-Bewegung einen Aufschwung: Statt überdimensionierter Häuser kam das Leben auf kleinem Raum in Mode. Von den USA aus eroberte die Liebe zu Minihäusern dann die Welt – und auch Deutschland. Allerdings behindern hier Gesetze und Vorschriften die Errichtung: Nur auf einem Campingplatz mit Dauerstellplätzen darf man in Deutschland problemlos ein Wohnhaus ohne Baugenehmigung bauen. Mit Wohnen auf kleinem Raum experimentieren Architekten in Deutschland aber schon länger: So wurden für die Olympischen Spiele 1972 in München kleine Bungalows im Olympiadorf errichtet, die heute von Studenten genutzt werden.

Auf engem Raum
In Japan ist Wohnraum besonders knapp. Auf einem Quadratkilometer in der 38-Millionen-Metropole Tokio leben im Schnitt 4.750 Menschen, mehr als doppelt so viele wie in New York. Eine vierköpfige Familie muss dort im Schnitt mit 30 Quadratmetern auskommen. Deshalb sind Architekten und Designer hier besonders gefragt und Mikroapartments weitverbreitet. Die Tokioter Standardwohnung ist mit 16 bis 17 Quadratmetern entsprechend winzig.
 

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